Ich fahre mit Stefan in die Dolomiten. Unser Ziel, der Rizzikamin am Innerkoflerturm. Einige Wochen zuvor kletterte ich mit Hannes die „Calice“, welche linkerhand über einen schönen Pfeiler hinaufführt. Schon damals stach mir der dunkle schwarze „Schluff“, welcher die steile Südwand vertikal spaltet, ins Auge.

Rizzikamin- der markante Kamin in der Mitte
Da Stefan ein Bergsteiger der alten Schule ist, und mich des öfteren etwas zynisch auf diese Linie aufmerksam gemacht hatte, ist er der perfekte Partner für dieses Unternehmen.
Als wir am Einstieg ankommen, bemerken wir schnell, dass hier schon länger niemand mehr geklettert sein konnte. Im gesamten Kamin, welcher spektakulär tief in den Berg hinein ragt, finden wir neben reichlich Moos, Vogelexkrementen und losem Gestein nur etwa ein halbes duzend alter Rosthaken und vereinzelte Gammelschlingen, welche teils wenig vertrauenserweckend im Moos verwachsen sind.

Stefan „gräbt“ sich durch das Moos

Beim „rampfen“ in dieser Umgebung empfiehlt es sich alte Kleidung zu verwenden

Tief im Berg ein erstaunliches Phänomen: da das Tageslicht nicht so tief in den Berg eindringt, gedeiht hier kein Moos mehr
Standplätze sind meist Klemmblöcke, welche von der Größe eines Tennisballen bis zu der eines Kleinwagens reichen. Wieder einmal muss ich einsehen, dass selbst der 5te Grad niemals unterschätzt werden sollte! Vor allem nicht bei etwas aus der Mode gekommenen Touren…
Mit völlig verdreckter Montur krieche ich zurück ins Tageslicht, wenige Meter unterhalb des Gipfels.

Am Gipfel
Ein origineller Tag 🙂