An einem Wochenende im September fahren Stefan, Hannes und ich mir dem treuen Opel der Familie Wolf in die Schweiz.

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Stefan knickt schon nach wenigen Minuten im Auto ein. er schläft neben dem Stock, welcher die müden Gasfedern der Heckklappe entlasten soll.

Stefan knickt schon nach wenigen Minuten im Auto ein. Er schläft neben dem Stock, welcher die müden Gasfedern der Heckklappe entlasten soll.

Unser Ziel ist der Westgrat des Salbitschijn. Ein Klassiker der im Bezug auf  Felsqualität und Kletterlänge seinesgleichen im Alpenraum sucht.

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Am ersten Tag steigen wir auf zum Zwillingsturm. Hier klettern wir den „Villiger Pfeiler“.

"Villiger Pfeiler" am Zwillingsturm

„Villiger Pfeiler“ am Zwillingsturm

Hannes "chillt" wo ich zuvor mühsam "raufgepiazt" hatte

Hannes „chillt“ wo ich zuvor mühsam „raufgepiazt“ hatte

Die knackigen Schlüsselpassagen erweisen sich Dank Nebel und feuchter Luft als echte Herausforderung für mich.

Alles in allem ist der „Villiger“ eine unglaublich tolle und abwechslungsreiche Route mit bester Felsqualität.

Am Gipfel des Zwillingsturm

Am Gipfel des Zwillingsturm

Am Abend sitzen wir auf der Salbithütte bei einem Bier, als uns Hans Berger, der Hüttenwirt etwas besorgt anspricht. Eine Seilschaft, welche am selben Turm unterwegs waren wie wir, hatten einen Notruf abgesetzt.

Begleitet von einem schweizer „Alpinspezialisten“ machen wir uns erneut auf den Weg zum Einstieg des Zwillingsturms. Dort angekommen sehen wir bald was los war. Die Seilschaft, ein Pärchen aus Deutschland steckte eine SL über dem Boden fest, da sich ihr Seil verhängt hatte. Dank einer sehr hellen Stirnlampe klettere ich zügig zu ihnen hoch und seile sie zum Boden ab.

Ohne auch nur den kleinsten Funken Dankbarkeit zu zeigen, verabschieden sich die Deutschen. Als wir dann völlig übermüdet in unsere Schlafsäcke kriechen ist es etwa 2:00 Nachts.

Morgens dann weckt uns die Sonne. Etwas geschafft von den nächtlichen Strapazen und aus Respekt vor dem berüchtigten Westgrat entscheiden wir uns für ein etwas weniger ambitioniertes Ziel. – dem Supersüdgrat.

Dieser bietet Kletterei auf bestem, teils aussergewöhnlich strukturiertem Granit.

Stefan in "Supersüdgrat"

Stefan in „Supersüdgrat“

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mit Stefan auf der Gipfelnadel

mit Stefan auf der Gipfelnadel

 

Das Wochenende ist somit vorbei. Wir fahren zurück nach Hause, wo eine Arbeitswoche auf mich wartet…

Das Wochenende darauf. Der Wetterbericht meldet erneut gute Aussichten bis Sonntag Nacht, wo eine Kaltfront von Westen hereinziehe soll. Hannes und ich machen uns erneut auf den Weg zum Salbit. Am Samstag klettern wir den Klassiker „Hammerbruch“ und schlafen im Salbitbiwak. Egon und Engl steigen am Samstag Abend auch auf das Biwak auf. Die Nacht wurde etwas unruhig, da wieder einmal eine Bergung unternommen werden musste. Diesmal jedoch nicht von uns.

Pünktlich zu den ersten Sonnenstrahlen steigen wir in die erste Seillänge des Westgrates ein.

Genüssliche Kletterei, unterbrochen durch einige Abseiler, führt immer näher zum Gipfel.

Hannes im Westgrat

Hannes im Westgrat

mit Egon und Engl beim "marenden" irgendwo im oberen drittel des Westgrates

mit Egon und Engl beim „marenden“ irgendwo im oberen drittel des Westgrates

Die letzten Seillängen gestalten sich noch als etwas unangenehm, da die für Abend prognostizierte Kaltfront dann doch schon am frühen Nachmittag einzog.

Egon wenige Seillängen vor dem Gipfel

Egon wenige Seillängen vor dem Gipfel

Wir erreichen den Gipfel, steigen zügig ab und fahren im strömenden Regen in Richtung Heimat.

Als wir unterwegs etwas ausgebrannt ein Mc Donalds Restaurant „überfallen“ meint die entsetzte Bedienung: „Händ Sie nit scho as BigMac Menü gha?? als ich ein drittes Mal Nachschub bestelle 🙂

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